MMM #26 – Hasenhirsch-Hoodie

Der Herbst wirft unerbittlich seine Schatten voraus – so dass ich beim Stoffmarkt im letzten Monat für die Autumn-Collection ordentlich zugeschlagen habe, was Sweatstoffe angeht. Hier präsentiere ich nun das erste Stück.

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Vielleicht erinnert Ihr Euch an den Retro-Hoodie? Dieser Pulli ist nach dem gleichen Schnitt entstanden (selbstkonstruiert nach einem Kaufpulli mit modifizierter Kapuze) und er wurde lediglich ein klein wenig verschmälert, um dem stretchigeren Material Rechnung zu tragen (habe ich beim ersten Modell versäumt).

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Besonderer Hingucker ist die Klöppelspitze, die die Kapuze ziert (abgeguckt bei einem ähnlichen Modell, das gerade in den Geschäften hängt) und die Kordel, die durch die Ösen abwechselnd innen und außen am Kapuzenrand läuft.

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Der Jersey innen war teurer als der gesamte Sweatstoff, aber ich finde ihn ziemlich witzig mit den ulkigen Hasenhirsch-Motiven. Auch ein bisschen retro und durch die leicht abgetönte Farbgebung nicht zu kindlich.

Leider wars beim Fotomachen schon ganz schön duster draußen, weshalb ich die Bilder am PC nachträglich ordentlich aufhellen musste. Der Sweatshirtstoff ist eigentlich normal dunkelgrau. Die Bauchtasche, die eigentlich noch dazu gehört hätte, habe ich kurzentschlossen weggelassen, weil ich den „cleanen“ Look so schöner fand.

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Wie gehts Euch? Habt Ihr auch schon für den Herbst genäht? Mehr Selbstgenähtes gibts wie immer beim MMM.

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MMM#25 Dreams auf Probe

Ich hab mal wieder ein Hochzeitskleid genäht. Also nicht um selbst drin zu heiraten, sondern um einer Vermählung beizuwohnen. Weil ich aber gegenüber dem Bandeau-Oberteil des Schnittmusters „Hanna“ ein wenig skeptisch war, habe ich das Oberteil des Kleides erst mal an einem unkritischen Stück Jersey ausprobiert. Und das ist das Ergebnis:

Fazit: Alles so weit ok. Unten am Saum zwar  etwas weit (habe M genäht) und die Träger (die ich bei der Testversion gegenüber dem Schnittmuster bereits verkleinert hatte) müssen für das Original noch weiter verschmälert werden. Aber sonst trägt es sich erstaunlich gut und rutscht auch nicht über Gebühr durch die Gegend.

Habe aus Mangel an Stoff die Träger auch noch mal merklich gekürzt, was den ganzen Konstrukt keinen Abbruch tut.

Das Bügelbild „Dream“ hat mir meine Mama mit dem Plotter gezaubert (Danke!).

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Oben am Rand steht es ein wenig ab, wobei ich mir unschlüssig bin, wie man das beheben könnte. Einen Gummi einziehen?

Fragen wir mal die Mädels beim MMM

MMM #24 Feminist Action

Vor einiger Zeit legte eine amerikanische Capoeira Gruppe ein Shirt auf, durch dessen Erlös von Frauen geleitete Capoeira-Akademien unterstützt werden sollten.

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Da Frauen in der Capoeira, vor allem was die Lehre angeht, nach wie vor unterrepräsentiert sind, hielt ich es für eine gute Idee, die Aktion zu unterstützen und schickte eine Bestellung nach Übersee ab. Als die Lieferung einige Wochen später eintraf, war die Enttäuschung groß. Das in „Girl M“ bestellte Kapuzenshirt war gefühlt 4 Nummern zu groß und hing an mir wie ein XXL-Schlafanzugsoberteil. Um es nicht in der hintersten Ecke des Kleiderschranks versauern zu lassen, musste ich es also ändern.

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Wieder zog ich den nun schon hier und hier bewährten Kaufshirtschnitt hervor und reduzierte die enorme Stoffmenge auf eine tragbare Quantität. Das graue Bündchen ist aus dem Stoffladen meines Vertrauens. Eine Herausforderung stellten die Ärmel dar, die ich in Vorder- bzw. Rückteil integrieren musste, sonst hätte die Stoffmenge an dieser Stelle nicht ausgereicht.

Während des Prozesses war ich skeptisch, aber mit dem Ergebnis bin ich im Endeffekt sehr zufrieden.

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Und jetzt kann ich auch in meiner Freizeit die Verbundenheit zu meinem Sport und meine Identität als Frau darin ausdrücken, mit einem Shirt, das zu mir passt und das nicht mehr aussieht wie ein Schlafanzugsoberteil.

Weitere Garderobe die passt oder passend gemacht wurde, findet ihr hier.

MMM #23 Gegengerade-Shirt

Vor einiger Zeit habe ich bereits das Oldschool Hoodie Footballkleid vorgestellt. Wie damals bereits erzählt, sehe ich es nicht ein, für Trikots meiner Mannschaft viel Geld auszugeben, die ich dann aber im Prinzip nur im Stadion tatsächlich tragen kann. Ganz davon abgesehen, dass diese auch dort nicht gerade Figurschmeichler sind. Somit habe ich entschieden, meine eigene Fankleidung herzustellen, die einen Bezug zu meiner Mannschaft herstellt, aber trotzdem auch büro- oder freizeittauglich ist. Nach dem herbstlichen Kleid aus Sweatstoff habe ich nun zum Saisonabschluss (und übrigens auf der Zielgeraden zum Klassenerhalt) gleich zwei Shirts hergestellt, von denen ich heute eines vorstellen möchte. Meine Mama lieferte die passenden Plotts  dazu (danke!).

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Das Shirt ist nach dem gleichen Schnitt entstanden wie das Blumenküsser-Shirt. Diesen habe ich von einem Kaufshirt abgenommen. Er macht eine gute Figur uns ist aufgrund der lediglich zwei Schnittteile superflott genäht.

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Der blaue und weiße Jersey ist aus dem örtlichen Stoffmarkt und durch die relativ leichte Qualität fällt das Shirt noch ein wenig besser als das erste. Leider pillt er auch schon nach wenigen Malen waschen bereits ein wenig. Das Motiv zeigt die Silhouette der Gegengerade am Böllenfalltorstadion, also den Ort, an dem ich stehe, wenn ich mal ein Ticket ergattere.

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Ich trage das Shirt super gerne und oft.

Selbstgenähtes gibt natürlich wie jeden Mittwoch hier.

MMM#22: Alle Elben leben hooooch

Ach, ja, das Waldelbenkleid.

Es ist auch bereits über die Weihnachtsfeiertage entstanden. Eigentlich wollte ich mir nur das witzige Ponchokleid „Lulu“ von Feefee nähen, nachdem ich es hier zum ersten Mal gesehen hatte. Auf dem letzten Stoffmarkt im Herbst stieß ich dann auf den süßen Krönchenstoff und kaufte direkt dazu passend den lindgrünen Sweatstoff.

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Ich hatte nur nicht bedacht, dass das Resultat  in Kombination mit dem tannengrünen Bündchen und vor allem den großen goldenen Knöpfen irgendwie doch sehr penetrant an einen Charakter aus Herr der Ringe erinnern würde, der in irgendeinem Wald lebt und bevorzugt mit Pfeil und Bogen kämpft.

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Das nervt mich gelegentlich, doch weil ich eine gigantische Menge Stoff verbraucht und vor allem mit dem Latz und dem Einnähen der Paspel in selbigen eine Ewigkeit zugebracht habe, trage ich es doch ab und an. Ich habe allerdings um den Hintern herum einiges an Stoff weggenommen, weil es beim ersten Anprobieren doch zu sackartig um mich herumhing. Jetzt mag ich es eigentlich doch ganz gerne. Wo hab ich nur meinen Bogen abgestellt, hat den jemand gesehen?

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Mehr Selbstgenähtes wie immer beim MMM.

Capoeira-Kleider-Änderungs-Offensive

Als ich mit dem Nähen anfing, faszinierten mich vor allem die schier unendlichen Möglichkeiten, Schnitte, Stoffe und Schnickschnack in Form von Borten, Paspeln und Bändern miteinander zu kombinieren. Oft entstanden in diesem ersten Nähjahr schöne Stücke, die aber überhaupt nicht kombinationsfähig waren, da zu bunt, zu wild gemustert und zu unruhig.

Das Ändern von Kleidung war mir anfangs eher zuwider. Es erschien mir zu handwerklich und es fehlte der kreative Prozess dabei. Mittlerweile schätze ich es durchaus, dass ich mir mittlerweile die Fähigkeiten angeeignet habe, Kleidung zu ändern, die mir zwar gefällt, aber noch nicht optimal passt. Neben dem Feminist Action Shirt habe ich in den letzten Wochen und Monaten immer mal wieder Sportkleidung geändert. Oft bekommt man auf Workshops Shirts geschenkt, die nicht optimal passen oder bestellt sich Shirts und der Schnitt gefällt nicht. Anbei zwei Beispiele für Änderungen, die dazu geführt haben, dass zwei ehemalige Schrankhüter nun zu meinen liebsten Sportshirts gehören.

Das erste Shirt habe ich im Januar in Frankreich von einem tollen Capoeiratrainer geschenkt bekommen. Das Motiv hat mir super gefallen, aber es war leider ein Herrenshirt und nicht gerade klein. Ich habe ein Ringershirt draufgelegt und dem ganzen eine neue Form gegeben. Die Ränder sind nun mit grauem Jersey gesäumt. Es passt jetzt perfekt und eignet sich aufgrund der fehlenden Arme perfekt für das Training im Sommer.

Das zweite Shirt hat mir ein Trainingskollege vermacht. Ihm wurde die falsche Größe geliefert und dann gesagt, er könne das Shirt behalten. Da es mir auch nicht gut passte, habe ich hier das gleiche Procedere angewandt wie bei dem bordeauxroten Shirt aus Frankreich. Um es etwas aufzupeppen, hat es einen Rand aus grünem Jersey bekommen. Jetzt kann der Sommer kommen!

MMM#21: Blumenküsser-Shirt (oder „hoppla, der Frühling ist da“)

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Nachdem ich erschreckt festgestellt hatte, dass a) weitgehend unbemerkt plötzlich der Frühling Einzug gehalten hatte und ich b) kaum taugliche Shirts im Schrank hatte, läutete ich über die Osterfeiertage eine Großoffensive ein. Dieses Stück ist bei meiner Mutter auf der Overlock entstanden (mein erstes Kleidungsstück auf der Overlock, juhee!).

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Pate stand ein Kaufshirt von Naketano, das ich in häufiger Benutzung habe. Nicht nur ist es hübsch, es war auch äußerst einfach nachzunähen, weil es nämlich nicht über Ärmel verfügt, die man ansetzen muss, sondern die Arme sind einfach die Verlängerung der überschnittenen Schultern. Super Sache.

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Von dem Kolibristoff aus dem Hause Hamburger Liebe hatte ich vor einiger Zeit mal auf dem Stoffmarkt einen halben Meter mitgenommen und nachdem ich im Vorrat noch ein absurd großes Stück orangefarbenes Bündchen gefunden hatte, war die Sache klar.

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Das portugiesische Wort für Kolibri ist übrigens Beija-Flor, zu deutsch der „Blumenküsser“, der meinem ersten Frühjahrskleidungsstück 2016 seinen Namen lieh. Ich kann mir gut vorstellen, mir von dieser Sorte auch noch einige Shirts mehr zuzulegen.

Mehr frühlingshafte DIY Garderobe kann man hier bestaunen.