MMM #5 live aus Berlin

Guten Morgen! Ich bin diese Woche in Berlin auf der Internationalen Grünen Woche und freue mich schon, am Samstag, wenn meine Arbeit getan ist, den Stoffmarkt am Maybachufer und einige andere Stoffläden aufzusuchen, um ein bisschen zu stöbern und vielleicht noch den einen oder anderen textilen Schatz zu heben. Ich habe euch ja letzte Woche schon von meinen beiden ersten Projekten fürs neue Jahr berichtet und freue mich nach wie vor über Ideen für deren Verwirklichung.

Zeigen will ich heute ein Kleidchen, das ich vor einem TfT-Schicksal gerettet habe. Ich hatte das Freebook von Frau Ninchen schon eine ganze Weile hier rumliegen, zweifelte aber, ob es mir gut genug gefiel, um es zu nähen. Doch schließlich bin ich hier auf eine super gelungene Umsetzung gestoßen, die mich mental sofort in die Welt der Matrosen und Kielschweine entführt hat (momentan habe ich es ja eh mit maritim).

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Also habe ich kurz entschlossen den hübschen Whale & Anchor Stoff von Lillestoff angeschnitten und mich frohen Mutes ans Werk gemacht. Bei der Anprobe war allerdings gleich klar: So geht das nicht. Das Kleid stand unter der Brust, anstatt hübsch anzuliegen, total übel ab und das Gekräuselte trug schrecklich auf, so dass es wirkte, als hätte ich mich kurz vor der Niederkunft nochmal in mein schönstes Umstandskleid geworfen. Die mit Bündchen gefassten Ausschnittkanten waren außerdem total dick. Es sah wirklich ganz komisch aus (auf den Bildern sieht man lustigerweise kaum, dass es soo schlimm absteht; ich hätte vermutlich ein Bild im Profil aufnehmen müssen, um die ganze Tragweite dieses Gekräusels realistisch zu erfassen).

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Danach passierte eine Weile lang gar nichts. Ich war ziemlich ratlos. Dachte noch über einen Rettungsversuch (Falte statt Kräusel und dazu ein Gummiband für besseren Sitz?) nach, der allerdings die Problematik mit den dicken Bündchen auch nicht gelöst hätte.

Als ich dann kürzlich zu einer Party wollte und absolut nichts anzuziehen hatte, fiel mein Blick wieder mal wehmütig auf das verhunzte Kleid und den witzigen Stoff, als mich die Erleuchtung überfiel. Kurz entschlossen kürzte ich ein altes Kauf-Longsleeve (das schon seit längerer Zeit auf dem Vielleicht-Wegwerfen-Stapel lag, da es ursprünglich als Unterhemd für die Arbeit getragen worden war und sich die Nähte teilweise in Auflösung befanden) auf Bolerolänge und zog es über den Teil des Kleides, der mir nicht gefiel. Das Ergebnis fiel so überzeugend aus (obwohl es nun mit dem ursprünglichen Schnitt nicht mehr so viel zu tun hat), dass ich letzte Woche den Rockteil vom unschönen Oberteil getrennt und an das Longsleeve-Bolero angenäht habe (mit Falte statt Kräusel). Gut, das Oberteil könnte etwas weniger spack sitzen, aber meine Güte, es ist wie gesagt auch schon ein paar Tage her, das ich es gekauft habe und schmaler bin ich seitdem leider auch nicht geworden (was natürlich ausschließlich auf den Kraftsport und weniger auf den Hang zu gutem Essen zurückzuführen ist ).

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Im Kaufteil musste ich fast alle Nähte nochmal nachnähen und habe jetzt gemerkt, dass es immer noch lockere Stellen gibt, an die ich nochmal ran muss. Ich habe mir vorgenommen, mir nie wieder Gedanken darüber machen, dass die von mir fabrizierten Nähte schief oder hässlich sind- guckt mal in die Klamotten, die man so in den gängigen Klamottenläden kriegt, da bleibt einem echt die Spucke weg. Die Sachen sind wirklich von der Verarbeitung so konzipiert, dass man sie im Prinzip nach drei Monaten guten Gewissens wegwerfen kann.

Jedenfalls gefällt mir das Kleid jetzt richtig gut, auch wenn das Oberteil schon etwas abgerockt (und halt spack) ist im Vergleich zum Unterteil. Kombiniert zum Jackett darf es diese Woche sogar mit mir auf die Messe.

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Was die anderen Damen wieder gezaubert haben, kann man diese Woche wie stets beim MMM bestaunen.

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