Leidenschaft

Da ich momentan für ein Blockpraktikum in Nordhessen weile und keinen Zugang zur Nähmaschine habe und mir darüber hinaus zu Hause das Ewigkeitsprojekt mit der gefütterten Übergangsjacke Kopfschmerzen bereitet (ich will sie einfach nur fertig haben damit ich mit den ganzen tollen anderen Sachen anfangen kann, die alle in meinem Kopf sind…), nutze ich heut den Aufruf von Jolijou, von meiner Leidenschaft zu erzählen, die rein gar nichts mit Handarbeiten zu tun hat. Sonst denken bestimmt alle, ich sei irgendwie verschollen… mit etwas Glück gibts aber wieder was auf die Augen beim MMM nächste Woche (wenn ich mich durchgebissen habe mit der blöden Jacke).

Aber heute bewegen wir uns im Bereich des Breiten- und des Kampfsportes. CAPOEIRA. Ich trainiere seit mittlerweile 7 Jahren diese brasilianische Kampfkunst, die von vielen Medien immer noch fälschlicherweise als Tanz oder Kampftanz deklariert wird. Ich sage euch, vom Tanzen kann man (glaube ich) niemals so viel schwitzen (gefühlt mehrere Liter pro Training)!

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Foto: Nora Kerscher

Das Training verbindet verschiedene Kampfkunst/-sportelemente wie Tritte, Würfe und Ausweichbewegungen mit Akrobatik und Musik. Diese gibt in der traditionellen Roda (der Kreis, in dem Capoeira gespielt wird) den Takt an: Langsame Musik: Langsames Spiel mit viel Akrobatik und einem Fokus auf Eleganz und Ausdruck; schnelle Musik: schnelles, kämperisches Speil mit Fokus auf Tritten, Würfen und Ausweichbewegungen. Und ihr habt richtig gehört: Capoeira wird „gespielt“. Dieses Attribut versteht sich als Ausdruck von „Zocken“ oder „den anderen hinters Licht führen“.

Traveler

Was sich toll anhört und beim Zuschauen geübter Capoeiristas atemberaubend ausssieht, ist in der Realität viel Basistraining und unheimlich anstrengend; Kraft- und Ausdauertraining sowie unzähliges und unablässiges Wiederholen aller Bewegungen.

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Foto: Sabine Theis

Wenn ich nach einem anstrengenden Tag auf der Arbeit eigentlich nur noch nach Hause will und mich erschöpft und ausgepowert fühle, genau dann sind die besten Tage fürs Training. 2 Stunden Konzentration nur auf sich selbst und auf das Durchhalten. Danach ist man zwar wirklich reif für die Couch (und für die Dusche!), aber man ist nicht mehr ausgelaugt. Der Kopf fühlt sich frei an und der Körper ist rundum flexibel und gedehnt.

Traveler

Wenn das Berimbau (das traditionelle Instrument der Capoeira) dann zum Spiel ruft, hat man das Gefühl, das eigene Herz schlägt im gleichen Takt.

Ach ja, ich trainiere 2-4 Mal pro Woche für 2 Stunden. Nimmt man aber die Zeit dazu, die das Anschauen von Capoeira-Videos (youtube ist VOLL davon!) und das Erlernen von Instrumenten oder Texten für die Musik in Anspruch nimmt, ist das schon ein zeitraubendes Hobby. Allerdings kann ich mir mein Leben schon lange nicht mehr ohne vorstellen.

Ich bin beim Verband „Grupo Capoeira Brasil“ in Darmstadt und Mainz (wir freuen uns immer über neue Leute).

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