MMM#22: Alle Elben leben hooooch

Ach, ja, das Waldelbenkleid.

Es ist auch bereits über die Weihnachtsfeiertage entstanden. Eigentlich wollte ich mir nur das witzige Ponchokleid „Lulu“ von Feefee nähen, nachdem ich es hier zum ersten Mal gesehen hatte. Auf dem letzten Stoffmarkt im Herbst stieß ich dann auf den süßen Krönchenstoff und kaufte direkt dazu passend den lindgrünen Sweatstoff.

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Ich hatte nur nicht bedacht, dass das Resultat  in Kombination mit dem tannengrünen Bündchen und vor allem den großen goldenen Knöpfen irgendwie doch sehr penetrant an einen Charakter aus Herr der Ringe erinnern würde, der in irgendeinem Wald lebt und bevorzugt mit Pfeil und Bogen kämpft.

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Das nervt mich gelegentlich, doch weil ich eine gigantische Menge Stoff verbraucht und vor allem mit dem Latz und dem Einnähen der Paspel in selbigen eine Ewigkeit zugebracht habe, trage ich es doch ab und an. Ich habe allerdings um den Hintern herum einiges an Stoff weggenommen, weil es beim ersten Anprobieren doch zu sackartig um mich herumhing. Jetzt mag ich es eigentlich doch ganz gerne. Wo hab ich nur meinen Bogen abgestellt, hat den jemand gesehen?

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Mehr Selbstgenähtes wie immer beim MMM.

Me Made Mittwoch #7 Ahoi

Heute habe ich eigentlich gar keine Zeit, deshalb wieder einmal im Morgengrauen schnell aufsmartphonte Bilder meines neuen Kleidchens (achtung, es wird erneut maritim) –

eine MaSunje von Frau Liebstes. Den Schnitt gibt es seit etwa einem Jahr und ich habe ihn in älteren Beiträgen mehrmals gesehen. Da ich den V-Ausschnitt und das glockige Röckchen so hübsch fand, dachte ich, es sei schön, ihn aus der Versenkung herauszuholen. Man kann ja nicht immer Wintersachen nähen, sondern muss sich langsam aber sicher auf den Frühling vorbereiten, damit man nicht durchdreht.

Den dunkelblaue Bio-Interlock-Jersey habe ich bei Frau Tulpe in Berlin gejagt. Die Schiffchen habe ich schon vor 2 (?) Monaten bei Cherry Picking bestellt und die mussten jetzt einfach dran glauben. Der gestreifte Jersey war bei Karstadt runtergesetzt. Ich weiß im Nachhinein nicht, ob Streifen UND Schiffchen vielleicht ein bisschen too much waren. Ändern kann man es jetzt sowieso nicht mehr 🙂

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Ich bin mit Passform des Schnittes sehr zufrieden und die Größe ist auch in Ordnung. Lediglich die Kapuze sitzt so komisch weit hinten, die würde ich bei einer weiteren Version weglassen. Was mich natürlich stört, ist, dass sich die Nähte (die normalen und die fake-gecoverten) so wellen, obwohl ich mich bemüht habe, den Stoff nicht zu ziehen. Hatte, da ich jetzt so lange nur mit Sweat genäht habe, die se Problematik schon total verdrängt. Vielleicht hilft ja nochmal bügeln. Unten unter den Saum habe ich einen Streifen Vlieseline gebügelt, da war dann alles ok. Dehnbar ist er aber jetzt natürlich nicht mehr.

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Habe gestern gesehen, dass es auf der MMM Seite einen Knit along geben wird und überlege, ob ich mich da noch dranhänge. Habe schon zwei Sachen im Kopf, weiß aber nicht, ob ich den sportlichen Zeitplan einhalten kann. Außerdem habe ich ewig nichts mehr gestrickt. Da muss ich wohl noch mal in mich gehen.

Tolle selbstgemachte Kleidung gibt es heute wie immer beim Me Made Mittwoch.

MMM #5 live aus Berlin

Guten Morgen! Ich bin diese Woche in Berlin auf der Internationalen Grünen Woche und freue mich schon, am Samstag, wenn meine Arbeit getan ist, den Stoffmarkt am Maybachufer und einige andere Stoffläden aufzusuchen, um ein bisschen zu stöbern und vielleicht noch den einen oder anderen textilen Schatz zu heben. Ich habe euch ja letzte Woche schon von meinen beiden ersten Projekten fürs neue Jahr berichtet und freue mich nach wie vor über Ideen für deren Verwirklichung.

Zeigen will ich heute ein Kleidchen, das ich vor einem TfT-Schicksal gerettet habe. Ich hatte das Freebook von Frau Ninchen schon eine ganze Weile hier rumliegen, zweifelte aber, ob es mir gut genug gefiel, um es zu nähen. Doch schließlich bin ich hier auf eine super gelungene Umsetzung gestoßen, die mich mental sofort in die Welt der Matrosen und Kielschweine entführt hat (momentan habe ich es ja eh mit maritim).

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Also habe ich kurz entschlossen den hübschen Whale & Anchor Stoff von Lillestoff angeschnitten und mich frohen Mutes ans Werk gemacht. Bei der Anprobe war allerdings gleich klar: So geht das nicht. Das Kleid stand unter der Brust, anstatt hübsch anzuliegen, total übel ab und das Gekräuselte trug schrecklich auf, so dass es wirkte, als hätte ich mich kurz vor der Niederkunft nochmal in mein schönstes Umstandskleid geworfen. Die mit Bündchen gefassten Ausschnittkanten waren außerdem total dick. Es sah wirklich ganz komisch aus (auf den Bildern sieht man lustigerweise kaum, dass es soo schlimm absteht; ich hätte vermutlich ein Bild im Profil aufnehmen müssen, um die ganze Tragweite dieses Gekräusels realistisch zu erfassen).

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Danach passierte eine Weile lang gar nichts. Ich war ziemlich ratlos. Dachte noch über einen Rettungsversuch (Falte statt Kräusel und dazu ein Gummiband für besseren Sitz?) nach, der allerdings die Problematik mit den dicken Bündchen auch nicht gelöst hätte.

Als ich dann kürzlich zu einer Party wollte und absolut nichts anzuziehen hatte, fiel mein Blick wieder mal wehmütig auf das verhunzte Kleid und den witzigen Stoff, als mich die Erleuchtung überfiel. Kurz entschlossen kürzte ich ein altes Kauf-Longsleeve (das schon seit längerer Zeit auf dem Vielleicht-Wegwerfen-Stapel lag, da es ursprünglich als Unterhemd für die Arbeit getragen worden war und sich die Nähte teilweise in Auflösung befanden) auf Bolerolänge und zog es über den Teil des Kleides, der mir nicht gefiel. Das Ergebnis fiel so überzeugend aus (obwohl es nun mit dem ursprünglichen Schnitt nicht mehr so viel zu tun hat), dass ich letzte Woche den Rockteil vom unschönen Oberteil getrennt und an das Longsleeve-Bolero angenäht habe (mit Falte statt Kräusel). Gut, das Oberteil könnte etwas weniger spack sitzen, aber meine Güte, es ist wie gesagt auch schon ein paar Tage her, das ich es gekauft habe und schmaler bin ich seitdem leider auch nicht geworden (was natürlich ausschließlich auf den Kraftsport und weniger auf den Hang zu gutem Essen zurückzuführen ist ).

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Im Kaufteil musste ich fast alle Nähte nochmal nachnähen und habe jetzt gemerkt, dass es immer noch lockere Stellen gibt, an die ich nochmal ran muss. Ich habe mir vorgenommen, mir nie wieder Gedanken darüber machen, dass die von mir fabrizierten Nähte schief oder hässlich sind- guckt mal in die Klamotten, die man so in den gängigen Klamottenläden kriegt, da bleibt einem echt die Spucke weg. Die Sachen sind wirklich von der Verarbeitung so konzipiert, dass man sie im Prinzip nach drei Monaten guten Gewissens wegwerfen kann.

Jedenfalls gefällt mir das Kleid jetzt richtig gut, auch wenn das Oberteil schon etwas abgerockt (und halt spack) ist im Vergleich zum Unterteil. Kombiniert zum Jackett darf es diese Woche sogar mit mir auf die Messe.

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Was die anderen Damen wieder gezaubert haben, kann man diese Woche wie stets beim MMM bestaunen.

Lieblingsstück 2013

Willkommen zurück und ein gutes Jahr 2014 wünsche ich allen, die hier mitlesen. Ein großes Dankeschön auch für die lieben Kommentare zu meinen allerersten Posts. Ich habe mich über jeden einzelnen sehr gefreut.

Die Zeit zwischen den Jahren hielt Frau Pfaff Winterschlaf und ich lag mit einer dicken Erkältung fast ausschließlich auf der Couch. Das war auf eine gewisse Art auch sehr angenehm, da praktisch kein Freizeitstress aufkam, der mich sonst, wenn keine Pflichten auf dem Programm stehen, meist sofort mit hektischer Betriebsamkeit überfällt. So konnte ich mir unter dem Vorwand der Genesung zwei komplette Staffeln „Boardwalk Empire“ reinziehen, was vielleicht auch für die Auswahl des Lieblingsstückes 2013 von Bedeutung war, spielt diese Serie doch im Antlantic City der Roaring 20’s. So fiel dann auch die Wahl für die Präsentation des Lieblingsstückes 2013 nach einiger Überlegung, welche Kriterien man für die Auswahl festlegen sollte (Am meisten getragen? Der meiste Angstschweiß bei der Herstellung?), auf mein Flapperkleid nach Burdastyle 6/2012 (Kleid 116).

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Das Kleid habe ich für die Hochzeit einer Freundin genäht. Sie und ihr mittlerweile Angetrauter sind beide Anhänger des FC St. Pauli und es wurde im Vorfeld der Hochzeit spaßeshalber die Parole ausgegeben, alle Hochzeitsgäste hätten in braun-weiß zu erscheinen. Da mein eines anderes heißgeliebtes Kleid (allerdings Kaufkleidung) bereits zwei Mal bei einer Hochzeit zum Einsatz kam (und davon abgesehen rot-weiß geringelt ist), musste dieses Mal etwas Neues her. Die Zwanziger Jahre mit ihrer Ungezwungenheit und Lebenslust und vor allem auch das erwachende Selbstbewusstsein der Frauen zu dieser Zeit, die nun zum ersten Mal öffentlich bisherige Männerprivilegien für sich in Anspruch nahmen, haben mich schon lange gereizt. Auch die gerade geschnittenen, knielangen Hängerchen, die damals getragen wurden, fand ich spätestens seit „The Great Gatsby“ sehr kleidsam und so ging ich auf die Suche nach einem passenden Schnitt. Mittlerweile glaube ich, dass es auch möglich ist, ein solches Kleid als Nähanfängerin zu konstruieren, da es durch den geraden Schnitt nicht haargenau auf die Passform ankommt. Schließlich fand ich bei Burda einen Schnitt, der mir sehr gut gefiel.

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Foto: Burda

Das einzige, was mir Angst machte, waren die sieben Volants aus Satin, die den Rock zieren sollten. Ich hatte absolut keine Lust, meterweise dieses flutschige Zeug zu vernähen und umging das Problem schließlich, indem ich im Stoffladen meines Vertrauens einen Stoff erwarb, der schon Volants enthielt und der einen schönen, satten Braunton aufwies.

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Dazu kaufte ich für das Oberteil einen cremeweißen, feinen Jersey. Das Oberteil ist mit elastischem Wirkfutter hinterlegt. Beim Nähen habe ich trotz der Erleichterungen durch das nunmehr schon fast fertige Unterteil Blut und Wasser geschwitzt, da ich mir nicht sicher war, ob die unzähligen Volants am Ende alle aufeinandertreffen würden. Zum Glück waren die Stofflagen alle brav und ich konnte bei besagter Hochzeit stolz mein allererstes selbstgenähtes Kleid ausführen.

Auch wenn es nicht allzuviele Anlässe gibt, es zu tragen, ist es mein Lieblingsstück 2013, das jedes Mal mein Herz erfreut, wenn ich den Kleiderschrank aufmache und es da auf seinem Bügel hängen sehe und mir denke, „Wow, GENAU so ein Kleid wolltest du schon immer haben“. Und jetzt habe ich eines.

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Dummerweise habe ich bei der Hochzeit selbst nicht mehr daran gedacht, ein richtiges Tragefoto zu machen. Es war wohl der heißeste Tag des Jahres und wir waren beschäftigt damit, feste zu feiern. Das einzige Bild, das quasi das ganze Kleid hätte zeigen können, ist mit einer Boxkamera aus den 50er Jahren gemacht worden und weil der Sucher nur ca. 1 cm groß ist, hat der Fotograf mich leider nur zur Hälfte erwischt. Ganz scharf ist es auch nicht, aber trotzdem finde ich es sehr cool, weil es wirklich ein bisschen aussieht wie in der Vergangenheit aufgenommen und ich möchte es euch nicht vorenthalten.

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In letzter Zeit denke ich darüber nach, mir ein zweites Exemplar zu nähen, ohne vorgebenen Farbzwang, und mich an den im Original vorgesehenen Volants zu versuchen. Ich würde es einige cm verlängern und den Stoffübergang noch mehr auf die Hüfte verlegen. Vielleicht würde ich den schlichten Schnitt dann noch etwas mit expressiven Details aufpeppen. Und schon wird meine to-sew-Liste wieder um einen Posten länger. Argh.

Als kleinen Nachtrag zum Weihnachtsgeschenke-Post hier noch ein Tragefoto vom Blogwart mit seinem Fehmarn-Hoodie.

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Trotz Messen im Vorfeld sitzt der Pulli ziemlich körpernah, euphemistisch ausgedrückt. Ich denke ich hätte für den fehlenden Reißverschluss vorne noch ein paar cm zugeben müssen. Ist aber nicht so schlimm, denn auch so wird der Pullover heiß geliebt und viel getragen, was mich unheimlich gefreut hat (es ist doch das schlimmste, viel Geld und Arbeit in ein Kleidungsstück zu investieren, das dann ein jammervolles Dasein in einer Kleiderschrankschublade führen muss).

Momentan nähe ich hauptsächlich Sachen fertig, an denen noch Bündchen oder Säume fehlen. Außerdem Babysachen für die ganzen Frischlinge, die dieses Frühjahr im Freundeskreis auf die Welt kommen werden. Nebenbei versuche ich meinen Stoffvorrat zu füllen und mir Gedanken über meine Projekte fürs nächste Jahr zu machen. Ich will mich an schwierigeren Sachen versuchen, Belege und Reißverschlüsse und so was. Außerdem möchte ich mir gerne bald eine Hose nähen (grusel), weil das doch bei mir das am meisten gebrauchte, alltagstauglichste Kleidungsstück ist. Es gibt viel zu tun und so wird 2014 sicher nicht langweilig.