Marienkäferclown beim MMM#6

Vorwort: Liebste Hauptstadt, tu das bitte nie wieder mit mir! Du weißt, ich mag dich und besuche dich gerne, aber einer sonnenverwöhnten Südhessin, die da wohnt, wo Deutschland  anfängt, Italien zu werden, (wie Goethe seinerzeit angeblich behauptete) so eine Knochenbrecherkälte zuzumuten war wirklich nicht besonders nett. Ich habe am Samstag  versucht, so viele Stoffläden (Hüco, Stoffmarkt Crellestraße, Stoffmarkt am Maybachufer, Frau Tulpe) wie möglich aufzusuchen, aber die eisigen Temperaturen bei schönstem Winterwetter schmälerten das Einkaufsvergnügen (vor allem wo die Verkaufsstellen im Freien lagen) doch ganz erheblich. Trotzdem habe ich beeindruckende 8 m (!!) Stoff und Einiges an Kurzwaren mit nach Hause transportiert, wo das gehamsterte Material nun seiner weiteren Verwendung harrt.

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Wie Berliner Kinder Schlitten fahren & endlich mal persönlich zu Frau Tulpe

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Teile meiner Beute

Nun aber zum eigentlichen Grund Eures Hierseins: Der Me Made Mittwoch. Wie vor einigen Wochen hier bereits angekündigt, habe ich den Schnippschnapp Hoodie jetzt ein zweites Mal genäht. Er hing eine ganze Weile hier so halbfertig rum und machte mich ganz unglücklich, weil er irgendwie so clownsmäßig aussah mit seinen Marienkäferpunkten. Trotzdem habe ich ihn eines Nachmittags dann fertig genäht, da ich mir ja vorgenommen hatte, erst mal UFOs abzubauen, bevor ich meine 2014er Projekte beginnen würde. Zum Glück sieht er mit Kapuze längst nicht mehr so nach Zirkus aus.

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(Sorry für die mal wieder bescheidene Qualität der Bilder *smartphonekunstlichtverwackel*… Ich gelobe feierlich Besserung und hoffe auf ein baldiges Ende des Winters und der kurzen Tage…)

Das hat auch ganz gut funktioniert: Bis auf einen Loop, dem noch die entscheidende Naht fehlt und einem Winterkleid, das nur noch auf das Säumen der Ärmel wartet, bin ich bereit, mich meinen Ängsten zu stellen und eine gefütterte Übergangsjacke zu nähen. Der Schnitt liegt bereits seit dem Wochenende zusammengeklebt hier, nur an den Zuschnitt habe ich mich noch nicht gewagt, da ich doch die eine oder andere Modifikation vornehmen möchte und daher das Zuschneiden nur in einer Atmosphäre höchster Konzentration und am besten in einem Rutsch stattfinden kann. Beim Thema Modifikationen bin ich aber wieder beim Thema Schnippschnapp Hoodie.

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Ich habe dieses Modell jetzt ein wenig abgeändert: Die Puffärmel habe ich diesmal beim Zuschnitt beherzt wegoperiert und das Bündchen unten ist einen Tick länger geworden. Der Kapuze habe ich einen Astronautenausschnitt verpasst. Leider vergesse ich immer wieder, dass es nicht ausreicht, beim Ändern nur das eigentliche Schnittteil zu modifizieren, sondern man auch die weiteren Auswirkungen der Änderung betrachten muss. In meinem konkreten Fall hieß das: Der Ausschnitt war vorher schon eng; nun allerdings bleibt mein Kopf beim Anziehen ab und an in einem ungünstigem Winkel stecken und es geht weder vor noch zurück. Auch würgt mich das Vorderteil ein wenig. Aber egal, wer schön sein will muss leiden.

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Tascheneingriffskanten, Kapuzenausschnitt und Passe sind mit einer weißen Paspel abgesetzt.

Habe ich schon erwähnt, dass ich bei der Verlosung des zauberhaften Beswingtes Allerlei Blogs tatsächlich ein Handarbeitsheft aus den 50er Jahren  gewonnen habe? Ich fiebere der Ankunft dieses Schmuckstücks schon voller Freude entgegen, es enthält nämlich einen Schnitt, der mir bei der Konstruktion meines 20er Jahre Oberteils vielleicht helfen kann. Stoff habe ich in Berlin auch gekauft, so dass ich mich schon jetzt tierisch auf das Nähen freue.

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Beim Me Made Mittwoch versammeln sich wie jede Woche auch heute die Freundinnen der selbsthergestellten Haute Couture.

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Weihnachtsgeschenke

Draußen mieses Schmuddelwetter und der Blogwart das ganze Wochenende außer Haus: Die perfekte Gelegenheit, eine konzentrierte Nähsession zu starten. Hier seht ihr meinen Arbeitsbereich: alles was nicht an der Nähmaschine passiert, findet auf dem Fußboden statt (und das ist kein Chaos, das muss so sein 🙂 )

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Und hier die Resultate:

Eine Shelly nach dem Vorbild derer, die ich vor zwei Wochen schon mal hier gezeigt habe. Eine Freundin fand diese so schön, dass ich mich spontan bereit erklärt habe, noch mal ein solches Modell zu nähen. Unnötig zu erwähnen, dass ich auch dieses Mal den Kragen abgetrennt und erneut angenäht habe. Hatte mich bei der Konstruktion um 10 cm ein bisschen verrechnet. Außerdem ist mir ein Fehler beim Abmessen der Armlänge passiert, so dass ich noch mal anstückeln musste 😦 aber wenn jemand fragt, dann gehört das natürlich so 😉

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Auf den Fotos kommt die Farbe nicht so schön raus, es ist ein schönes sattes Moosgrün (Sweatshirtstoff von Stoff & Stil)

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An den Eingriffstaschen habe ich eine orangene Paspel mitgefasst, die einen ähnlichen Orangeton hat, wie der Ringeljersey.

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Der Kragen ist im Gegensatz zur ersten Shelly noch ein bisschen mehr angeschrägt und statt mit Frottee mit hellgrünem Fleece gefüttert.

Nr. 2 (noch UFO): Der Blogwart bekommt einen Sweater zu Weihnachten, Schnitt und Farbwahl inspiriert von diesem Modell, das Maarikami vor einigen Monaten auf ihrem tollen Blog vorgestellt hat. Wie bei ihr handelt es sich um den Fehmarn-Jackenschnitt und auch ihre Modifikationen habe ich gleich übernommen. Verwendetes Material: Dunkelblauer Kuschelsweat vom Stoffmarkt (hab mich totgeärgert dass ich davon nicht mehr gekauft habe, so flauschig fühlt der sich an) und als Futterstoff für Kapuze und Taschen „Tattoo Love“ von lillestoff. Ich fand die Anleitung zum zusammennähen relativ kryptisch (…und ich so „Hä?“), so dass ich einfach so genäht habe, wie ich dachte, und da ich mich ja um den Reißverschluss und alle anderen schwierigen Sachen gedrückt hatte, bin ich damit auch gut gefahren.

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20131215_123425Hier noch mal die Kapuzen-Nahansicht. Rote Paspel am Kapuzenrand bildet einen kleinen Extra-Hingucker. Dem Pulli fehlen bisher noch die Bündchen. Über deren Farbe möchte ich gerne erst noch mal mit dem zukünftigen Träger des Kleidungsstückes konferieren.

Und dann war noch Zeit, ein bisschen angefangenen Kleinkram fertig zu machen:

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Zwei Astronautenmützen „Charly“ nach dem Schnitt von Hedi für die sich auch in unserem Bekanntenkreis allmählich ausbreitenden Kleinkinder im Alter von 1,5 bis 3 Jahren sowie zwei Loops für diverse Familienmitglieder. Den Kapuzenschnitt „Frau Charly“ habe ich übrigens auch noch hier liegen, sogar auch schon zugeschnitten, aber für heute ist gut.

Ich geh jetzt mal das Chaos den Arbeitsbereich aufräumen. Vielleicht haben Frau Pfaff und ich heut abend noch mal spontan Lust auf ein Treffen.

Verschenkt ihr auch Selbstgenähtes zu Weihnachten?

Me Made Mittwoch #2

Nach der Premiere letzte Woche schiebe ich gleich noch mal einen warmen Pulli hinterher, wenn auch nicht ganz so nieren-, so trotzdem ziemlich herzerwärmend (finde ich) 🙂

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(beim nächsten Mal werde ich darauf achten, die vorgestellten Klamotten einer Behandlung mit dem Bügeleisen zu unterziehen, bevor die Fotos gemacht werden)

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Der Schnitt ist von Schnipp-Schnapp und nennt sich ganz unpretentiös „Hoodie Shirt“. Vernäht habe ich einen spottbilligen Sweatshirtcoupon vom Stoffmarkt und ein wenig „Maxi Dots“ in braun von Hamburger Liebe.

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Die Kanten sind wieder mit einem schönen Zierstich abgesteppt, den die Frau Pfaff kann. Die Taschen habe ich mir aus dem Kanga-Schnitt geklaut, weil ich Taschen an Pullis einfach besser finde und manchmal auch ohne Handtasche unterwegs bin. Erst dachte ich, sie würden zu weit oben sitzen, aber da sie nicht auftragen, habe ich mich mittlerweile damit angefreundet.

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Da der Sweatstoff ziemlich unelastisch ist, sitzt der Pulli ganz schön stramm, mit dem gleichen Stoff würde ich beim nächsten Mal wohl eher eine halbe Größe zugeben. Da ich den Schnitt aber grandios finde, obwohl er für Winterverhältnisse eigentlich einen Ticken zu kurz ist (Nieren…), habe ich schon eine zweite Version in Planung.

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Zwischen dem unteren Vorderteil und der Passe habe ich eine schwarze Paspel eingesetzt.

So. Noch mehr schöne Klamotten gibts bei den Me Made Mittwoch Mädels.

Me Made Mittwoch #1

Ein lange gehegter Traum wird wahr: Endlich selbst beim Me Made Mittwoch mitmachen und nicht nur immer wieder sabbernd und zitternd vor Näh-Wolllust die ganzen wunderbaren Kleider bestaunen, die von den vielen fleißigen Kreativen jede Woche zur Schau gestellt werden.

Der Schnitt, den ich zeigen möchte, ist schon vielfach hier und auf anderen Seiten vorgestellt worden. Eine „Shelly“ von Jolijou in der Langarm-Sweatshirt-Version, die mir beim ersten Kälteeinbruch in der letzten Woche schon Dauerdienste geleistet hat, weil man trotz kurzer Jacke nie wieder kalte Nieren bekommt- sehr angenehm!

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Der schwarze Sweatshirtstoff und der weiß-rote Ringeljersey sind von Lillestoff (beides bio). Statt klassischer Bündchen habe ich bei Kragen und Ärmel einen Ober- und einen Unterstoff verwendet, weil ich es etwas kuscheliger und wintertauglicher haben wollte. Für die Innenseiten habe ich jeweils weißen, feinen Frottee vom Stoffladen meines Vertrauens vernäht. An dem Pulli/Kleid (ich kann mich nie so richtig entscheiden, wie ich es jetzt betiteln soll und überlasse das der Gunst des geneigten Lesers) habe ich wirklich gefühlt ewige Zeiten gesessen. Die beiden Stoffschichten waren außerordentlich widerspenstig und inkompatibel, was sich im Wegrollen in verschiedene Richtungen und dem generellen Widerstreben dagegen äußerte, zusammengenäht zu werden. Ich habe außerdem noch Taschen ergänzt, weil ich das bei der Länge für notwendig praktischer hielt.

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Genäht habe ich Größe L, da für Sweatstoffe empfohlen wird, eine Größe größer zu nehmen (und gemessen hätte ich Größe M). Durch den Zug der Bündchen oben und unten kriegt das ganze Teil erst spät während des Nähprojektes so etwas wie Form. Daher merkte ich auch erst, als ich praktisch komplett fertig war: VIEL zu groß! ich hätte in diesem Kleidungsstück ein Kind zur Welt bringen können, ohne dass meine geneigte Umwelt davon was mitgekriegt hätte. Da aber an den Rändern ja mittlerweile Taschen angebracht waren, war guter Rat teuer und schließlich trennte ich den Kragen und das Bündchen unten schweren Herzens wieder ab (ich hasse es, Bündchen anzunähen!) und schnitt beherzt das Vorderteil in der Mitte auseinander und nahm dort sage und schreibe 8 cm (!) raus, wodurch die Passform sich enorm verbesserte.

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Den Kragen habe ich abgeändert und nach dem Kragentutorial von Frau Liebstes genäht. Um ihm genügend Stand zu geben, habe ich zwischen Ober- und Unterstoff Vlieseline gebügelt und ihn auch ein gutes Stück schmäler gemacht (ich habe nicht gemessen, aber ich schätze, so 10-12 cm weniger in der Höhe hat er jetzt schon). Mit drei Kamsnaps wird er geschlossen und mit einem Zierstich ist er noch mal von außen abgesteppt, so dass ich jetzt nach der ganzen Änderei doch ganz zufrieden bin.

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Erst am Ende hab ich gemerkt, dass ich die offene Seite des Kragens rechts angenäht habe statt links, so dass diese jetzt „nach vorne schaut“ statt nach hinten (wenn ihr wisst, was ich meine). Aber den Kragen nochmal abtrennen und neu annähen war mir dann doch zu blöd und ich entschied, dass ein kleiner Makel das ganze Teil ja irgendwie noch charmanter machen würde (komisch, jetzt wo ich das schreibe fällt mir auf, dass ich das bei den meinsten selbstgenähten Klamotten denke…) 🙂

Noch mehr Selbstgenähtes gibt es beim Me Made Mittwoch!