MMM# 11 Fisherman’s friend

Bevor ich mich in Beschreibungen meines heutigen Outfits ergehe, möchte ich mich zunächst für die vielen positiven Rückmeldungen zu meinem letzten MMM Beitrag bedanken. Darüber habe ich mich wahnsinnig gefreut! Die Jacke hat auch außerhalb dieses Blogs viel Lob geerntet *freu*. Lachen musste ich allerdings, als ich im Prospekt eines großen deutschen Discounters auf folgenden schlechten Fake stieß und mein erfahrenes Auge sofort erkannte: hier hat jemand bei mir abgekupfert 😉

3

Original oben, unten hingegen die Fälschung    

 

Heute gibts  ein paar schnelle Bilder von einem Probeshirt, das ich aus dem Milchmonster Toni Schnitt genäht habe. Ich fand das Kleid so schön und habe parallel ein paar schnell zu nähende Basis-Shirtschnitte gesucht und dachte dann, wenn ich das Schnittmuster kaufe, kann ich den Schnitt auch als Shirtschnitt nutzen.

11_3

Ich habe den Ausschnitt etwas vergrößert. Für ein weiteres Modell würde ich ihn wahrscheinlich sogar noch einen kleinen Tick größer machen (bzw. seine Form ändern, indem ich die Rundung etwas breiter machen würde) und dafür hinten in der Raglannaht ein bisschen was wegnehmen, da er hinten am Hals absteht. Außerdem dürfte das Shirt doch 2-3 cm länger sein.

20140513_183222

Beim Stoff wollte ich erneut das maritime Thema aufgreifen, damit ich bald alle meine selbstgenähten Klamotten kombinieren kann. Der gestreifte Stoff war mal ein XXL Shirt aus dem DRK Kiloshop in Kassel und für die Ärmel habe ich den Hamburger Liebe Stoff, von dem ich im Frühjahr auf dem Stoffmarkt einen ganzen halben Meter erstanden habe, angeschnitten.

11_1  11_4  11_2

Für ein Probeteil bin ich ganz zufrieden damit und habe mir fest vorgenommen,so bald wie möglich das ganze Kleid zu nähen. Geht ja auch ratzfatz. Habe allerdings noch keinen passenden Stoff und darüber hinaus hindern mich momentan die spontan hereingebrochene Sommerhitze und jede Menge Unischeiß an der freien Verwendung meiner Zeit. Mit ein bisschen Glück schaffe ich es noch diesen Monat. Drückt mir die Daumen 🙂

 

Jede Menge tolle Frauen mit toller selbstgenähter Garderobe gibts wie jeden Mittwoch hier.

Advertisements

Me Made Mittwoch #8 Was lange währt

Und weiter gehts mit der Maritimisierung meiner Garderobe. In einer Hauruckaktion habe ich nun an den vergangenen zwei Abenden, sehr zum Unwillen meines Blogwartes (der auch gerne etwas Aufmerksamkeit abbekommen hätte), meine Übergangsjacke fertig genäht. Bei dem Wetter wurde das aber auch nötig, da meine Winterjacke eigentlich momentan im Schrank bleiben kann und ich darüber hinaus anfangen muss, meinen Vorrat an frühlingshaften Basisshirts aufzustocken.

20140312_065917

Also habe ich meine irrationalen Ängste überwunden und das Jäckchen (mit einer Doppelpremiere: mit Reißverschluss und Innenfutter!!) fertiggenäht.

Dank der tollen Anleitung von Mialuna (danke! Ohne dich wäre ich verloren gewesen!) hab ich es ziemlich problemlos hinbekommen. Die Anleitung habe ich etwas abgewandelt. Ich habe beispielsweise die Teilungsnähte nach innen verlegt und mit Paspeln abgesetzt. Dabei habe ich beim Taschenfutter irgendwie einen Denkfehler gemacht, den ich aber zum Glück ganz gut ausbügeln konnte. Ich verspreche hoch und heilig, demnächst bessere Fotos ohne Morgengrauen-Smartphone-Verwacklung aufzunehmen. Schließlich gibt es ja allmählich wieder natürliches Licht! Zu meiner Verteidigung kann ich nur vorbrinen, dass ich gestern bis Mitternacht genäht habe und heute um 7:00 zur Arbeit gefahren habe, da war mehr leider nicht drin 🙂

20140312_065941

Den Stoff mit einer ganz kleinen Waffelstruktur habe ich als Rest für 3,00 € bei Karstadt ergattert. Ich wusste sofort, dass eine maritime Übergangsjacke daraus werden soll. Weil es aber nur noch 1,3m waren, musste ich eine Weile nach einem passenden Schnitt suchen.
Gefüttert ist die ganze Chose am Rumpf mit Fleece und an den Ärmeln mit Futterstoff- beides aus Berlin mitgebracht. Den Streifenstoff habe ich bei der MaSunje von letztens schon mal verwendet. Das witzige Papierschiffchen-Bügelbild auf der Kapuze gibt es bei PeppAuf.

20140312_065956

Hier ist am Samstag Stoffmarkt und ich bin mit der weltbesten Mama zum Shoppen verabredet. Auch wenn der Füllstand meines Stoffregals sowie meine finanziell stets etwas angespannte Situation es eigentlich nicht zulassen, freue ich mich schon darauf, vielleicht doch das eine oder andere Schnäppchen/Schätzchen mit heim zu tragen.

Schön, wieder dabei zu sein beim MMM, der heute von Melleni im Frühlingskleid moderiert wird.

Me Made Mittwoch #7 Ahoi

Heute habe ich eigentlich gar keine Zeit, deshalb wieder einmal im Morgengrauen schnell aufsmartphonte Bilder meines neuen Kleidchens (achtung, es wird erneut maritim) –

eine MaSunje von Frau Liebstes. Den Schnitt gibt es seit etwa einem Jahr und ich habe ihn in älteren Beiträgen mehrmals gesehen. Da ich den V-Ausschnitt und das glockige Röckchen so hübsch fand, dachte ich, es sei schön, ihn aus der Versenkung herauszuholen. Man kann ja nicht immer Wintersachen nähen, sondern muss sich langsam aber sicher auf den Frühling vorbereiten, damit man nicht durchdreht.

Den dunkelblaue Bio-Interlock-Jersey habe ich bei Frau Tulpe in Berlin gejagt. Die Schiffchen habe ich schon vor 2 (?) Monaten bei Cherry Picking bestellt und die mussten jetzt einfach dran glauben. Der gestreifte Jersey war bei Karstadt runtergesetzt. Ich weiß im Nachhinein nicht, ob Streifen UND Schiffchen vielleicht ein bisschen too much waren. Ändern kann man es jetzt sowieso nicht mehr 🙂

20140205_06354020140205_063546

Ich bin mit Passform des Schnittes sehr zufrieden und die Größe ist auch in Ordnung. Lediglich die Kapuze sitzt so komisch weit hinten, die würde ich bei einer weiteren Version weglassen. Was mich natürlich stört, ist, dass sich die Nähte (die normalen und die fake-gecoverten) so wellen, obwohl ich mich bemüht habe, den Stoff nicht zu ziehen. Hatte, da ich jetzt so lange nur mit Sweat genäht habe, die se Problematik schon total verdrängt. Vielleicht hilft ja nochmal bügeln. Unten unter den Saum habe ich einen Streifen Vlieseline gebügelt, da war dann alles ok. Dehnbar ist er aber jetzt natürlich nicht mehr.

20140205_063638

20140205_063559

20140205_063620

Habe gestern gesehen, dass es auf der MMM Seite einen Knit along geben wird und überlege, ob ich mich da noch dranhänge. Habe schon zwei Sachen im Kopf, weiß aber nicht, ob ich den sportlichen Zeitplan einhalten kann. Außerdem habe ich ewig nichts mehr gestrickt. Da muss ich wohl noch mal in mich gehen.

Tolle selbstgemachte Kleidung gibt es heute wie immer beim Me Made Mittwoch.

MMM #5 live aus Berlin

Guten Morgen! Ich bin diese Woche in Berlin auf der Internationalen Grünen Woche und freue mich schon, am Samstag, wenn meine Arbeit getan ist, den Stoffmarkt am Maybachufer und einige andere Stoffläden aufzusuchen, um ein bisschen zu stöbern und vielleicht noch den einen oder anderen textilen Schatz zu heben. Ich habe euch ja letzte Woche schon von meinen beiden ersten Projekten fürs neue Jahr berichtet und freue mich nach wie vor über Ideen für deren Verwirklichung.

Zeigen will ich heute ein Kleidchen, das ich vor einem TfT-Schicksal gerettet habe. Ich hatte das Freebook von Frau Ninchen schon eine ganze Weile hier rumliegen, zweifelte aber, ob es mir gut genug gefiel, um es zu nähen. Doch schließlich bin ich hier auf eine super gelungene Umsetzung gestoßen, die mich mental sofort in die Welt der Matrosen und Kielschweine entführt hat (momentan habe ich es ja eh mit maritim).

20140121_233243

Also habe ich kurz entschlossen den hübschen Whale & Anchor Stoff von Lillestoff angeschnitten und mich frohen Mutes ans Werk gemacht. Bei der Anprobe war allerdings gleich klar: So geht das nicht. Das Kleid stand unter der Brust, anstatt hübsch anzuliegen, total übel ab und das Gekräuselte trug schrecklich auf, so dass es wirkte, als hätte ich mich kurz vor der Niederkunft nochmal in mein schönstes Umstandskleid geworfen. Die mit Bündchen gefassten Ausschnittkanten waren außerdem total dick. Es sah wirklich ganz komisch aus (auf den Bildern sieht man lustigerweise kaum, dass es soo schlimm absteht; ich hätte vermutlich ein Bild im Profil aufnehmen müssen, um die ganze Tragweite dieses Gekräusels realistisch zu erfassen).

20140118_152925

Danach passierte eine Weile lang gar nichts. Ich war ziemlich ratlos. Dachte noch über einen Rettungsversuch (Falte statt Kräusel und dazu ein Gummiband für besseren Sitz?) nach, der allerdings die Problematik mit den dicken Bündchen auch nicht gelöst hätte.

Als ich dann kürzlich zu einer Party wollte und absolut nichts anzuziehen hatte, fiel mein Blick wieder mal wehmütig auf das verhunzte Kleid und den witzigen Stoff, als mich die Erleuchtung überfiel. Kurz entschlossen kürzte ich ein altes Kauf-Longsleeve (das schon seit längerer Zeit auf dem Vielleicht-Wegwerfen-Stapel lag, da es ursprünglich als Unterhemd für die Arbeit getragen worden war und sich die Nähte teilweise in Auflösung befanden) auf Bolerolänge und zog es über den Teil des Kleides, der mir nicht gefiel. Das Ergebnis fiel so überzeugend aus (obwohl es nun mit dem ursprünglichen Schnitt nicht mehr so viel zu tun hat), dass ich letzte Woche den Rockteil vom unschönen Oberteil getrennt und an das Longsleeve-Bolero angenäht habe (mit Falte statt Kräusel). Gut, das Oberteil könnte etwas weniger spack sitzen, aber meine Güte, es ist wie gesagt auch schon ein paar Tage her, das ich es gekauft habe und schmaler bin ich seitdem leider auch nicht geworden (was natürlich ausschließlich auf den Kraftsport und weniger auf den Hang zu gutem Essen zurückzuführen ist ).

20140119_123032

20140119_123058

Im Kaufteil musste ich fast alle Nähte nochmal nachnähen und habe jetzt gemerkt, dass es immer noch lockere Stellen gibt, an die ich nochmal ran muss. Ich habe mir vorgenommen, mir nie wieder Gedanken darüber machen, dass die von mir fabrizierten Nähte schief oder hässlich sind- guckt mal in die Klamotten, die man so in den gängigen Klamottenläden kriegt, da bleibt einem echt die Spucke weg. Die Sachen sind wirklich von der Verarbeitung so konzipiert, dass man sie im Prinzip nach drei Monaten guten Gewissens wegwerfen kann.

Jedenfalls gefällt mir das Kleid jetzt richtig gut, auch wenn das Oberteil schon etwas abgerockt (und halt spack) ist im Vergleich zum Unterteil. Kombiniert zum Jackett darf es diese Woche sogar mit mir auf die Messe.

20140119_122947

Was die anderen Damen wieder gezaubert haben, kann man diese Woche wie stets beim MMM bestaunen.

Me Made Mittwoch #4

Nie wieder werde ich nur einen halben Meter Stoff kaufen! Den hier vernähten Sweatshirtstoff habe ich beim letzten Stoffmarkt im Herbst quasi noch im Vorbeigehen mitgenommen, weil ich die Farbe so toll fand und er sich wahnsinnig schön angefühlt hat. Ich kam einfach nicht gegen diesen diffusen Habenwollen-Gibber an, hatte aber gleichzeitig keinen Schimmer, was ich damit anstellen wollte und obendrein mein Budget schon kräftig dezent überzogen, so dass ich mit mir selbst zu dem im Nachhinein völlig idiotischen Kompromiss kam, dann eben nur einen halben Meter in den Einkaufskorb zu legen. Super! Was macht man mit 0,5 m kräftig türkisblauem Sommersweat, bei dem man nicht den Hauch einer Chance hat, den gleichen Farbton noch mal irgendwo aufzutreiben?

20140114_142913

Entschuldigt die miese Bildqualität, im Moment gibt es einfach zu wenig Licht im Leben (und zu wenig Leute, die die Kamera halten). Sobald ich kann, werde ich das Bild durch ein etwas aussagekräftigeres ersetzen.

Man wartet auf Inspiration und einen zweiten Stoff, den man dazu verwursten kann. In meinem Fall wurde noch mal eine Shelly daraus, eine Art Hybrid zwischen der Sommer- und der Wintervariante. Für mehr war wirklich kein Stoff da ( ich musste die Bündchen schon stückeln) und da ich bei der letzten Shelly so viel Stoff nachträglich wieder entfernt hatte, habe ich ganz beherzt Größe S zugeschnitten. Fazit: Könnte schon etwas legerer sitzen, aber ganz so presswurstartig wie befürchtet ist sie zum Glück nicht geworden. Der Maxikragen (mit Teddystoff gefüttert) sitzt irgendwie ein wenig seltsam, aber kuschelig ist er auf jeden Fall und somit auch wintertauglich (wenn man, wie ich momentan, in einem Büro arbeitet).

20140114_142738

20140114_143037

Ein wesentlicher Grund, diesen Blog zu beginnen, war neben der Lust, meine Nähwerke vorzuführen, hauptsächlich die Hoffnung auf Eure wertvolle Expertise und gute Ratschläge. Genau das möchte ich nun für meine ersten neuen 2014er Projekte erbitten (die Shelly oben entstand am Vor-Heiligabend 2013 und gehört damit genau genommen noch ins alte Nähjahr). Ich habe noch einen Stapel UFOs hier rumliegen, denen ich erst mal den Garaus machen will, bevor wieder etwas neues entstehen kann, aber spätestens Ende des Monats möchte ich mich dann mit meinen in den Weihnachtsferien geschmiedeten Plänen befassen (das Stoffregal ist schon wieder besorgniserregend wohlgefüllt). Dazu benötige ich aber Rat von den versierten Craftistas, also herhören:

Projekt 1: Eine super-duper-Seemanns-Übergangsjacke

Der Stoff ist dunkelblau und ca. 1,5 Meter lang (nein, diesmal war nicht der Geiz schuld, sondern es war ein Reststück) und von der Dicke etwa sweatshirtstoffdick, allerdings etwas lockerer gewebt (ich weiß leider nicht genau, um was für ein Material es sich handelt). Ich möchte sie gerne füttern, damit sie so diese typische Übergangsjackendicke bekommt, also so in etwa für Temperaturen um die 10°C-15°C geeignet ist. Welches Material nehme ich dafür? Dachte zuerst an Fleece, aber der hängt sich dann vielleicht zu sehr ans Oberteil und wurstet sich dann beim Ausziehen jedes Mal aus der „Oberjacke“ raus?

Ich will auf jeden Fall eine Jacke mit Kapuze und in Anbetracht des wirklich kleinen Stoffstückchens ist schnittmäßig nichts kapriziöses drin. Ich bin bei meiner Recherche auf dieses Modell von Burda gestoßen. Ich würde dann allerdings unten ganz sicher kürzen und stattdessen breite Strickbündchen in der gleichen Farbe annähen:

139-1212-B_300x400-ID279793-fcd8317b11133e793a619dff8e098299

burda jacke2 burda jacke1

Quelle: http://www.burdastyle.de

Was sagt ihr? Habt ihr vielleicht noch einen bombigen Jackenschnitt mit Kapuze in petto, der mit der geringen Stoffmenge zurechtkommt? Vom Stil her dachte ich an was Maritimes und habe für die Innenkapuze und die Taschen diese beiden Stoffe zur Auswahl:

20140114_232826

Wieder mal grottige Smartphone-Kunstlicht-Fotoqualität, aber ich denke ihr könnt es zumindest erahnen. Euer Meinungsbild? Alternativ könnte man noch auf den „Simply boats“ von Hamburger Liebe warten, der Anfang März erhältlich sein wird.

Und vielleicht noch wichtige, unabdingbare Tipps für Dos & Don’ts beim Jacken mit Futter & Bündchen nähen (ich hab mich in derlei schwierigen Nähprojekten noch nicht versucht und will es nicht verhammeln)?

Projekt Nummer 2: Ein elegantes weich fallendes 20er Jahre Oberteil

Ich habe ja schon geschrieben, dass ich in den Weihnachtsferien ganz viel Boardwalk Empire geschaut habe und richtig Lust auf Schnitte im Stil der 20er Jahre bekommen habe. Mittlerweile bin ich bei Staffel 3. In einer Folge trägt die Hauptdarstellerin folgendes Oberteil, das ich ganz wunderbar finde und gerne so oder so ähnlich gerne nachnähen würde.

Oberteil_BE_1 Oberteil_BE_2

Man erkennt es auf dem Screenshot etwas schlecht, aber am Oberteil ist unten nochmal so eine Art „Bündchen“ aus dem taubenblauen Stoff, aus dem Kragen und Ärmelaufschläge sind. Wer kennt sich aus und kann mir nach Ansicht der Bilder sagen, mit welchem Stoff ich so ein Oberteil am besten hinbekommen würde? Und kennt jemand einen Schnitt, der so ähnlich ist bzw. sich ohne große Vorkenntnisse so abändern lässt, dass ein Oberteil wie das abgebildete dabei rauskommt?

Ich bin sehr auf Eure Kommentare und Anmerkungen gespannt und für jede Idee sehr dankbar! Und ich freue mich wahnsinnig, dass ich endlich wieder beim MMM tolle Kleider an tollen Damen bewundern kann!