Me Made Mittwoch #4

Nie wieder werde ich nur einen halben Meter Stoff kaufen! Den hier vernähten Sweatshirtstoff habe ich beim letzten Stoffmarkt im Herbst quasi noch im Vorbeigehen mitgenommen, weil ich die Farbe so toll fand und er sich wahnsinnig schön angefühlt hat. Ich kam einfach nicht gegen diesen diffusen Habenwollen-Gibber an, hatte aber gleichzeitig keinen Schimmer, was ich damit anstellen wollte und obendrein mein Budget schon kräftig dezent überzogen, so dass ich mit mir selbst zu dem im Nachhinein völlig idiotischen Kompromiss kam, dann eben nur einen halben Meter in den Einkaufskorb zu legen. Super! Was macht man mit 0,5 m kräftig türkisblauem Sommersweat, bei dem man nicht den Hauch einer Chance hat, den gleichen Farbton noch mal irgendwo aufzutreiben?

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Entschuldigt die miese Bildqualität, im Moment gibt es einfach zu wenig Licht im Leben (und zu wenig Leute, die die Kamera halten). Sobald ich kann, werde ich das Bild durch ein etwas aussagekräftigeres ersetzen.

Man wartet auf Inspiration und einen zweiten Stoff, den man dazu verwursten kann. In meinem Fall wurde noch mal eine Shelly daraus, eine Art Hybrid zwischen der Sommer- und der Wintervariante. Für mehr war wirklich kein Stoff da ( ich musste die Bündchen schon stückeln) und da ich bei der letzten Shelly so viel Stoff nachträglich wieder entfernt hatte, habe ich ganz beherzt Größe S zugeschnitten. Fazit: Könnte schon etwas legerer sitzen, aber ganz so presswurstartig wie befürchtet ist sie zum Glück nicht geworden. Der Maxikragen (mit Teddystoff gefüttert) sitzt irgendwie ein wenig seltsam, aber kuschelig ist er auf jeden Fall und somit auch wintertauglich (wenn man, wie ich momentan, in einem Büro arbeitet).

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Ein wesentlicher Grund, diesen Blog zu beginnen, war neben der Lust, meine Nähwerke vorzuführen, hauptsächlich die Hoffnung auf Eure wertvolle Expertise und gute Ratschläge. Genau das möchte ich nun für meine ersten neuen 2014er Projekte erbitten (die Shelly oben entstand am Vor-Heiligabend 2013 und gehört damit genau genommen noch ins alte Nähjahr). Ich habe noch einen Stapel UFOs hier rumliegen, denen ich erst mal den Garaus machen will, bevor wieder etwas neues entstehen kann, aber spätestens Ende des Monats möchte ich mich dann mit meinen in den Weihnachtsferien geschmiedeten Plänen befassen (das Stoffregal ist schon wieder besorgniserregend wohlgefüllt). Dazu benötige ich aber Rat von den versierten Craftistas, also herhören:

Projekt 1: Eine super-duper-Seemanns-Übergangsjacke

Der Stoff ist dunkelblau und ca. 1,5 Meter lang (nein, diesmal war nicht der Geiz schuld, sondern es war ein Reststück) und von der Dicke etwa sweatshirtstoffdick, allerdings etwas lockerer gewebt (ich weiß leider nicht genau, um was für ein Material es sich handelt). Ich möchte sie gerne füttern, damit sie so diese typische Übergangsjackendicke bekommt, also so in etwa für Temperaturen um die 10°C-15°C geeignet ist. Welches Material nehme ich dafür? Dachte zuerst an Fleece, aber der hängt sich dann vielleicht zu sehr ans Oberteil und wurstet sich dann beim Ausziehen jedes Mal aus der „Oberjacke“ raus?

Ich will auf jeden Fall eine Jacke mit Kapuze und in Anbetracht des wirklich kleinen Stoffstückchens ist schnittmäßig nichts kapriziöses drin. Ich bin bei meiner Recherche auf dieses Modell von Burda gestoßen. Ich würde dann allerdings unten ganz sicher kürzen und stattdessen breite Strickbündchen in der gleichen Farbe annähen:

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Quelle: http://www.burdastyle.de

Was sagt ihr? Habt ihr vielleicht noch einen bombigen Jackenschnitt mit Kapuze in petto, der mit der geringen Stoffmenge zurechtkommt? Vom Stil her dachte ich an was Maritimes und habe für die Innenkapuze und die Taschen diese beiden Stoffe zur Auswahl:

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Wieder mal grottige Smartphone-Kunstlicht-Fotoqualität, aber ich denke ihr könnt es zumindest erahnen. Euer Meinungsbild? Alternativ könnte man noch auf den „Simply boats“ von Hamburger Liebe warten, der Anfang März erhältlich sein wird.

Und vielleicht noch wichtige, unabdingbare Tipps für Dos & Don’ts beim Jacken mit Futter & Bündchen nähen (ich hab mich in derlei schwierigen Nähprojekten noch nicht versucht und will es nicht verhammeln)?

Projekt Nummer 2: Ein elegantes weich fallendes 20er Jahre Oberteil

Ich habe ja schon geschrieben, dass ich in den Weihnachtsferien ganz viel Boardwalk Empire geschaut habe und richtig Lust auf Schnitte im Stil der 20er Jahre bekommen habe. Mittlerweile bin ich bei Staffel 3. In einer Folge trägt die Hauptdarstellerin folgendes Oberteil, das ich ganz wunderbar finde und gerne so oder so ähnlich gerne nachnähen würde.

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Man erkennt es auf dem Screenshot etwas schlecht, aber am Oberteil ist unten nochmal so eine Art „Bündchen“ aus dem taubenblauen Stoff, aus dem Kragen und Ärmelaufschläge sind. Wer kennt sich aus und kann mir nach Ansicht der Bilder sagen, mit welchem Stoff ich so ein Oberteil am besten hinbekommen würde? Und kennt jemand einen Schnitt, der so ähnlich ist bzw. sich ohne große Vorkenntnisse so abändern lässt, dass ein Oberteil wie das abgebildete dabei rauskommt?

Ich bin sehr auf Eure Kommentare und Anmerkungen gespannt und für jede Idee sehr dankbar! Und ich freue mich wahnsinnig, dass ich endlich wieder beim MMM tolle Kleider an tollen Damen bewundern kann!