MMM#25 Dreams auf Probe

Ich hab mal wieder ein Hochzeitskleid genäht. Also nicht um selbst drin zu heiraten, sondern um einer Vermählung beizuwohnen. Weil ich aber gegenüber dem Bandeau-Oberteil des Schnittmusters „Hanna“ ein wenig skeptisch war, habe ich das Oberteil des Kleides erst mal an einem unkritischen Stück Jersey ausprobiert. Und das ist das Ergebnis:

Fazit: Alles so weit ok. Unten am Saum zwar  etwas weit (habe M genäht) und die Träger (die ich bei der Testversion gegenüber dem Schnittmuster bereits verkleinert hatte) müssen für das Original noch weiter verschmälert werden. Aber sonst trägt es sich erstaunlich gut und rutscht auch nicht über Gebühr durch die Gegend.

Habe aus Mangel an Stoff die Träger auch noch mal merklich gekürzt, was den ganzen Konstrukt keinen Abbruch tut.

Das Bügelbild „Dream“ hat mir meine Mama mit dem Plotter gezaubert (Danke!).

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Oben am Rand steht es ein wenig ab, wobei ich mir unschlüssig bin, wie man das beheben könnte. Einen Gummi einziehen?

Fragen wir mal die Mädels beim MMM

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MMM #24 Feminist Action

Vor einiger Zeit legte eine amerikanische Capoeira Gruppe ein Shirt auf, durch dessen Erlös von Frauen geleitete Capoeira-Akademien unterstützt werden sollten.

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Da Frauen in der Capoeira, vor allem was die Lehre angeht, nach wie vor unterrepräsentiert sind, hielt ich es für eine gute Idee, die Aktion zu unterstützen und schickte eine Bestellung nach Übersee ab. Als die Lieferung einige Wochen später eintraf, war die Enttäuschung groß. Das in „Girl M“ bestellte Kapuzenshirt war gefühlt 4 Nummern zu groß und hing an mir wie ein XXL-Schlafanzugsoberteil. Um es nicht in der hintersten Ecke des Kleiderschranks versauern zu lassen, musste ich es also ändern.

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Wieder zog ich den nun schon hier und hier bewährten Kaufshirtschnitt hervor und reduzierte die enorme Stoffmenge auf eine tragbare Quantität. Das graue Bündchen ist aus dem Stoffladen meines Vertrauens. Eine Herausforderung stellten die Ärmel dar, die ich in Vorder- bzw. Rückteil integrieren musste, sonst hätte die Stoffmenge an dieser Stelle nicht ausgereicht.

Während des Prozesses war ich skeptisch, aber mit dem Ergebnis bin ich im Endeffekt sehr zufrieden.

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Und jetzt kann ich auch in meiner Freizeit die Verbundenheit zu meinem Sport und meine Identität als Frau darin ausdrücken, mit einem Shirt, das zu mir passt und das nicht mehr aussieht wie ein Schlafanzugsoberteil.

Weitere Garderobe die passt oder passend gemacht wurde, findet ihr hier.

MMM #23 Gegengerade-Shirt

Vor einiger Zeit habe ich bereits das Oldschool Hoodie Footballkleid vorgestellt. Wie damals bereits erzählt, sehe ich es nicht ein, für Trikots meiner Mannschaft viel Geld auszugeben, die ich dann aber im Prinzip nur im Stadion tatsächlich tragen kann. Ganz davon abgesehen, dass diese auch dort nicht gerade Figurschmeichler sind. Somit habe ich entschieden, meine eigene Fankleidung herzustellen, die einen Bezug zu meiner Mannschaft herstellt, aber trotzdem auch büro- oder freizeittauglich ist. Nach dem herbstlichen Kleid aus Sweatstoff habe ich nun zum Saisonabschluss (und übrigens auf der Zielgeraden zum Klassenerhalt) gleich zwei Shirts hergestellt, von denen ich heute eines vorstellen möchte. Meine Mama lieferte die passenden Plotts  dazu (danke!).

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Das Shirt ist nach dem gleichen Schnitt entstanden wie das Blumenküsser-Shirt. Diesen habe ich von einem Kaufshirt abgenommen. Er macht eine gute Figur uns ist aufgrund der lediglich zwei Schnittteile superflott genäht.

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Der blaue und weiße Jersey ist aus dem örtlichen Stoffmarkt und durch die relativ leichte Qualität fällt das Shirt noch ein wenig besser als das erste. Leider pillt er auch schon nach wenigen Malen waschen bereits ein wenig. Das Motiv zeigt die Silhouette der Gegengerade am Böllenfalltorstadion, also den Ort, an dem ich stehe, wenn ich mal ein Ticket ergattere.

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Ich trage das Shirt super gerne und oft.

Selbstgenähtes gibt natürlich wie jeden Mittwoch hier.

Capoeira-Kleider-Änderungs-Offensive

Als ich mit dem Nähen anfing, faszinierten mich vor allem die schier unendlichen Möglichkeiten, Schnitte, Stoffe und Schnickschnack in Form von Borten, Paspeln und Bändern miteinander zu kombinieren. Oft entstanden in diesem ersten Nähjahr schöne Stücke, die aber überhaupt nicht kombinationsfähig waren, da zu bunt, zu wild gemustert und zu unruhig.

Das Ändern von Kleidung war mir anfangs eher zuwider. Es erschien mir zu handwerklich und es fehlte der kreative Prozess dabei. Mittlerweile schätze ich es durchaus, dass ich mir mittlerweile die Fähigkeiten angeeignet habe, Kleidung zu ändern, die mir zwar gefällt, aber noch nicht optimal passt. Neben dem Feminist Action Shirt habe ich in den letzten Wochen und Monaten immer mal wieder Sportkleidung geändert. Oft bekommt man auf Workshops Shirts geschenkt, die nicht optimal passen oder bestellt sich Shirts und der Schnitt gefällt nicht. Anbei zwei Beispiele für Änderungen, die dazu geführt haben, dass zwei ehemalige Schrankhüter nun zu meinen liebsten Sportshirts gehören.

Das erste Shirt habe ich im Januar in Frankreich von einem tollen Capoeiratrainer geschenkt bekommen. Das Motiv hat mir super gefallen, aber es war leider ein Herrenshirt und nicht gerade klein. Ich habe ein Ringershirt draufgelegt und dem ganzen eine neue Form gegeben. Die Ränder sind nun mit grauem Jersey gesäumt. Es passt jetzt perfekt und eignet sich aufgrund der fehlenden Arme perfekt für das Training im Sommer.

Das zweite Shirt hat mir ein Trainingskollege vermacht. Ihm wurde die falsche Größe geliefert und dann gesagt, er könne das Shirt behalten. Da es mir auch nicht gut passte, habe ich hier das gleiche Procedere angewandt wie bei dem bordeauxroten Shirt aus Frankreich. Um es etwas aufzupeppen, hat es einen Rand aus grünem Jersey bekommen. Jetzt kann der Sommer kommen!

MMM#21: Blumenküsser-Shirt (oder „hoppla, der Frühling ist da“)

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Nachdem ich erschreckt festgestellt hatte, dass a) weitgehend unbemerkt plötzlich der Frühling Einzug gehalten hatte und ich b) kaum taugliche Shirts im Schrank hatte, läutete ich über die Osterfeiertage eine Großoffensive ein. Dieses Stück ist bei meiner Mutter auf der Overlock entstanden (mein erstes Kleidungsstück auf der Overlock, juhee!).

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Pate stand ein Kaufshirt von Naketano, das ich in häufiger Benutzung habe. Nicht nur ist es hübsch, es war auch äußerst einfach nachzunähen, weil es nämlich nicht über Ärmel verfügt, die man ansetzen muss, sondern die Arme sind einfach die Verlängerung der überschnittenen Schultern. Super Sache.

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Von dem Kolibristoff aus dem Hause Hamburger Liebe hatte ich vor einiger Zeit mal auf dem Stoffmarkt einen halben Meter mitgenommen und nachdem ich im Vorrat noch ein absurd großes Stück orangefarbenes Bündchen gefunden hatte, war die Sache klar.

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Das portugiesische Wort für Kolibri ist übrigens Beija-Flor, zu deutsch der „Blumenküsser“, der meinem ersten Frühjahrskleidungsstück 2016 seinen Namen lieh. Ich kann mir gut vorstellen, mir von dieser Sorte auch noch einige Shirts mehr zuzulegen.

Mehr frühlingshafte DIY Garderobe kann man hier bestaunen.

MMM# 11 Fisherman’s friend

Bevor ich mich in Beschreibungen meines heutigen Outfits ergehe, möchte ich mich zunächst für die vielen positiven Rückmeldungen zu meinem letzten MMM Beitrag bedanken. Darüber habe ich mich wahnsinnig gefreut! Die Jacke hat auch außerhalb dieses Blogs viel Lob geerntet *freu*. Lachen musste ich allerdings, als ich im Prospekt eines großen deutschen Discounters auf folgenden schlechten Fake stieß und mein erfahrenes Auge sofort erkannte: hier hat jemand bei mir abgekupfert 😉

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Original oben, unten hingegen die Fälschung    

 

Heute gibts  ein paar schnelle Bilder von einem Probeshirt, das ich aus dem Milchmonster Toni Schnitt genäht habe. Ich fand das Kleid so schön und habe parallel ein paar schnell zu nähende Basis-Shirtschnitte gesucht und dachte dann, wenn ich das Schnittmuster kaufe, kann ich den Schnitt auch als Shirtschnitt nutzen.

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Ich habe den Ausschnitt etwas vergrößert. Für ein weiteres Modell würde ich ihn wahrscheinlich sogar noch einen kleinen Tick größer machen (bzw. seine Form ändern, indem ich die Rundung etwas breiter machen würde) und dafür hinten in der Raglannaht ein bisschen was wegnehmen, da er hinten am Hals absteht. Außerdem dürfte das Shirt doch 2-3 cm länger sein.

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Beim Stoff wollte ich erneut das maritime Thema aufgreifen, damit ich bald alle meine selbstgenähten Klamotten kombinieren kann. Der gestreifte Stoff war mal ein XXL Shirt aus dem DRK Kiloshop in Kassel und für die Ärmel habe ich den Hamburger Liebe Stoff, von dem ich im Frühjahr auf dem Stoffmarkt einen ganzen halben Meter erstanden habe, angeschnitten.

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Für ein Probeteil bin ich ganz zufrieden damit und habe mir fest vorgenommen,so bald wie möglich das ganze Kleid zu nähen. Geht ja auch ratzfatz. Habe allerdings noch keinen passenden Stoff und darüber hinaus hindern mich momentan die spontan hereingebrochene Sommerhitze und jede Menge Unischeiß an der freien Verwendung meiner Zeit. Mit ein bisschen Glück schaffe ich es noch diesen Monat. Drückt mir die Daumen 🙂

 

Jede Menge tolle Frauen mit toller selbstgenähter Garderobe gibts wie jeden Mittwoch hier.

Me Made Mittwoch #3

Aus Mangel an neuen, wintertauglichen Stücken (nähe Unmengen, aber nur für andere) zeige ich heute mein allererstes selbst genähtes T-Shirt. Ich hatte das süße Brezelwebband im Internet bestellt und sofort schwebte mir ein Shirt vor, das durch besagtes Webband zweigeteilt wäre: oben eine Art Bustier aus Webware, unten anschmiegsamer Jersey.

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Ich besitze schon ein Shirt ähnlicher Machart, das ich allerdings käuflich erworben habe und von dem ich mir nicht zugetraut habe, den Schnitt abzunehmen. So suchte ich eine ganze Weile nach einem Schnitt, der meinen Vorstellungen entsprach, bis ich bei Dana von Mamu Design fündig wurde.

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Der Ausschnitt ist in Wirklichkeit nicht so schief und das Weiße, das darunter hervorblitzt, gehört nicht zum Ensemble, sondern ist ein schnödes Unterhemd. Von den sonnigen Bildern, die gestern mittag in Frankfurt auf der Dachterrasse meiner momentanen Arbeitsstelle aufgenommen wurden, darf man sich nicht täuschen lassen: Es sind nur ca. 5°C Außentemperatur. Getragen habe ich dazu einen Bolero (ich bin ja nicht lebensmüde), den ich fürs Foto abgenommen habe und vielleicht ein anderes Mal zeigen werde.

Die Stoffe sind beide vom Stoffmarkt. Beim Nähen musste ich am Ausschnitt mehrere Male nachbessern, da ich bei der Anprobe der ersten Version erschrocken feststellen musste, dass das Decolleté in etwa so hochgeschlossen war wie der Ausschnitt an der Corsage einer französischen Prostituierten in einem schlechten Historienschinken über das 19. Jahrhundert. Also wurden die Raglannähte großzügig verbreitert und das Bündchen oben angenäht. Trotzdem darf man sich immer noch nicht zu weit nach vorne lehnen, ohne tiefe Einblicke zu gewähren 🙂 Trotzdem mag ich das Shirt gerne, weil es trotz vieler kleiner Unperfektheiten (die Nähte innen spotten tatsächlich jeder Beschreibung!) das erste wirklich tragbare Kleidungsstück ist, das ich produziert habe. Hinten habe ich, passend zum Webband, noch ein Bügelbild von hier platziert:

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Jetzt bin ich gespannt, was die anderen Craftistas beim MMM wieder so gezaubert haben!